17. und 18. Jahrhundert - Barock und Rokoko

Anders als in Kunstgeschichte und Architektur, spricht man bei der Mode - grob eingeteilt - vom 17. Jahrhundert als "Barock", und vom 18. Jahrhundert als die Epoche des "Rokoko".

Die Stile beider Epochen sind sehr unterschiedlich, Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Reifrock zwar noch getragen, verschwand dann aber völlig aus der Mode - entgegen landläufiger Annahmen. Die Silhouette des Rokoko war dann vom querovalen Reifrock - dem Panier - bestimmt, welches die Hüfpartie stark ausstellte, und gegen 1740 herum die größten Ausmaße annahm.

Die kleinere Version - die Poschen - kamen etwas später auf, und zum Ende der Epoche hin trug man nur noch mehrere Unterröcke über umbindbaren Kissen - bis auch diese ganz verschwanden und der figurnahen Linie des Empire des frühen 19. Jahrhunderts Platz machte.

 

Rokoko: Fusion aus Robe a l'Anglaise(= Kleid nach englischer Mode) und Robe a la Francaise (= Kleid nach französischer Mode), mit modernem Schnitt.
Ein an die Mode der Epoche angelehntes Gewand, das von Schnitt und Verarbeitung wie ein Theater-Kostüm konzipiert ist. Dadurch lässt es sich relativ schnell an- und ausziehen und kommt ohne Chemise (Unterhemd) und Schnürbrust aus.
Wird über Poschen und einem Unterrock getragen - der passende Hut - die sogenannte Bergere - wurde auch von uns angefertigt.

Rokoko-Gewand Rokoko-Gewand Rokoko-Gewand

Model: Milena Anders
Photograph: Dragon-Photography

Rokoko: Robe a la Francaise (= Kleid nach französischer Mode), modern interpretiert mit Nadelstreifen-Stoff, Lackleder-Details und Schnallen.
Schnitt und Konstruktion entsprechen weitestegehend einer historisch korrekten Francaise, das Kleid wird genauso über Schnürbrust und großem Panier getragen wie die authentische Variante, Farben, Material und Details sind als Stilbruch zum historischen Vorbild gedacht.
Im Rücken zeigen sich die für diese Kleiderform typischen Watteau-Falten.

Robe a la Francaise - Gothic-Stil Robe a la Francaise - Gothic-Stil Robe a la Francaise - Gothic-Stil

Model: Rosa Chalybeia
Photograph: Empire-Art

Rokoko: Robe a l'Anglaise (= Kleid nach englischer Mode) - ebenfalls modern - gothic interpretiert, mit schwerem, bedruckten Baumwollstoff und schwarzer Chiffon-Faltenborte samt schwarzer Acryl-Straß-Steine.
Der Schnitt ist auch hier nach originalgetreuem Vorbild, zu Tragen mit Schnürbrust darunter sowie Poschen für die seitliche Auslage.
Das Manteau (also das Überkleid) ist kürzer geschnitten, die Dekoration wurde auch bewusst dezent gehalten.

Robe a l'Anglaise - Gothic-Stil Robe a l'Anglaise - Gothic-Stil Robe a l'Anglaise - Gothic-Stil

Model: Mademoiselle Karma
Photograph: Knochensäge Photodesign

Rokoko: Robe a l'Anglaise (= Kleid nach englischer Mode) - historisch authentische Umsetzung (ca um 1780), aus violett-grün changierendem Seidentaft für das Manteau, und weiß-fliederfarbenem Seidentaft für die Jupe (der Rock). Komplettiert durch eine schwarze Seiden-Schärpe und einen großen, über Kreuz getragenen Fichu (Halstuch) aus sehr feinem Baumwollbatist
Historisch authentischer Schnitt, nach Originalvorbild, das gesamte Kleid ist von Hand genäht, mit Seidenfaden, das Oberteil des Manteaus mit leichtem Leinen in den Ärmel gefüttert, und schwerem Leinen am Oberkörper.
Anglaisen wurden nicht über Poschen oder Paniers getragen, sondern über einem halbmondförmigen Kissen, sowie mehreren Unterröcken (zwei Stück - in diesem Fall). Schnürbrust sowie Chemise (ein langes Unterhemd) gehören zur richtigen Unterbekleidung.

Robe a l'Anglaise - historisch Robe a l'Anglaise - historisch Robe a l'Anglaise - historisch

Model: Rosa Chalybeia
Photograph: Alexander Imhof

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